Dieters Klamotten-Karawane zieht weiter
Vom 12.01.2010 • In Kategorie Polo People

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…und zwar nach “Camp David”. So schreibt BILD-Online heute: “Bohlens Polohemden ausverkauft” und wies auf den Umstand hin, dass Dieter Bohlen während vergangener Staffeln von DSDS noch die farbenfrohen Kollektionen der Sansibar sowie von La Martina in die Kamera gehalten hat, während nun die Kandidaten in neuen Fummeln gedisst werden. Der neue Dieter-Style zeigt aber nicht nur, wie preiswert Madras-Karos und Siebdruck-Fakes heutzutage hergestellt werden können, sondern verleiht dem Pop-Titanen auch eine weltpolitische Aura: Camp David – zur Erläuterung für jüngere Leser – lautete der namensgebende Ort in Frederick County, Maryland, an dem Anwar as-Sadat und Menachem Begin 1979 auf Druck von Jimmy Carter das gleichnamige Friedensabkommen schlossen. Dabei dürfte der politische Bezug des Namens kaum Zufall sein, zeichnet für Kollektion und Vertrieb doch eine “Clinton GmbH” verantwortlich. Und der Polo-Bezug ist bei dieser präsidialen Gesellschaft zwar etwas versteckt, aber für Insider immer noch erkennbar: Die Personalchefin heißt tatsächlich Daniela Walter…
Die einzig polo-echte Daniela Walther gibt es aber natürlich immer noch hier, und dem Thema Dieter Bohlen und seinem Anziehtrash hatten wir auf dem Höhepunk des La Martina-Hypes schon mal ein Editorial gewidmet, dass wir aus diesem Anlass hier gerne noch mal ausgraben und abstauben:
Dieter-Shirts
Man muss kein Trendforscher sein, um festzustellen: Auch wenn unser Sport in der öffentlichen Wahrnehmung noch bis zur EM auf seinen ganz großen Durchbruch warten muss: Polo ist modisch in der Welt außerhalb der Poloclubs und –plätze angekommen. Neulich lächelte mich von einem Werbeplakat ein junger Mann an und verkündete im Auftrag einer Kaufhauskette – gewandet in ein Poloshirt – dies sei „sein Leben und sein Stil“. Spätestens seit Dieter Bohlen den Look des weltweit wohl bekanntesten Ausrüsters via Casting-Show in jedes Wohnzimmer brachte, spannen sich auf jeder besseren – und erst recht jeder schlechteren – Scheunenparty Shirts mit dem Logo des Poloclubs Parasitas über zahllose Bierbäuche. So kauft man sich mit kreischfarbenen 1,5qm Baumwolle „einzigartigen Polo-Lifestyle“, für den man nie ein Spiel gesehen haben muss. Kein Wunder also, dass mittlerweile Hersteller ihrer Polokollektion ganz unverblümt und mutmaßlich mit reichlich Selbstironie klangvolle Namen geben, deren Übersetzung aus dem Slang der Strassen Kubas ebenso schlicht wie abwertend „Landei“ bedeutet. Letztlich aber wird diese geschäftstüchtige Verwechslung von großartigem Sport mit großzügiger Logogestaltung dem Polo nichts anhaben können, im Gegenteil: Wenn das Gerede vom „exklusiven Pololifestyle der High Society aus der Elite der Markenwelt“ ernsthaft interessierte Zuschauer oder gar neue Spieler zum Polo bringt, gewinnen wir alle.
Ich wünsche uns eine begeisternde Saison 2008, und ein herzliches Willkommen an alle „Neuen“. Aber das Teamshirt mit der Rückennummer 5 bitte jetzt ausziehen.








