Es wird eng für Partycrasher Tariq Salahi
Vom 03.12.2009 • In Kategorie Polo People

Fällt aus: Der America's Polo Cup 2010
„Schatz, wären wir doch bloß zu Hause geblieben!“ werden sich Tariq und Michaele Salahi wohl dieser Tage sagen, denn was als scheinbar sehr gelungener PR-Stunt begann, wendet sich nun zunehmend gegen die Partycrasher, die sich auf das Dinner von US-Präsident Barack Obama für den indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh geschlichen hatten: Wie Rahul Chhabra, Pressesprecher der indischen Botschaft in den USA, heute bekannt gab, zieht sich Indien mit sofortiger Wirkung von der Teilnahme am America’s Polo Cup zurück, der am 11./12. Juni zwischen Indien und den USA ausgetragen werden sollte.
Indien zieht damit die Konsequenzen aus dem Verhalten des schillernden Polo-Couples, dessen Turnierplanung aber ganz andere Fragen aufwirft. So meldet die Washington Post, die mit Richard „Watergate“ Nixon schon ganz andere Figuren zur Strecke gebracht hat, dass weder das Ritz Carlton Hotel noch Cartier und vor allem Land Rover nichts von ihrem angeblichen Sponsoring des Polo Cups wissen: Für ein Turnier mit dem Namen „The Land Rover America’s Polo Cup“ ist das ein Problem. Ritz Carlton Pressesprecherin Vivian Dew-Sheel wird deutlich: “Wir hatten 2007 ein Co-Sponsoring übernommen. Salahi hatte uns signalisiert, dass das britische Königshaus vertreten sein werde: „Sie wissen schon, zwinker zwinker, wen ich meine, also die sind auch da!“. Und auf dem Turnier dann – Überraschung – kein blaues Blut weit und breit. Es war ein Event, das wesentlich mehr versprochen als gehalten hat, und seitdem sind wir raus“, so Dew-Sheel weiter.
Von einem hierzu passenden Finanzgebaren von Tariq Salahi berichtet denn auch Barry Stout, Organisator der World Snow Polo Championship in Aspen, dem die Salahis noch 19.500 Dollar Stargeld aus dem vergangenen Jahr schulden: „Wir haben nur die 3.000 Dollar Anzahlung bekommen, dem Rest laufe ich seitdem hinterher.“ so Stout gegenüber der Aspen Times.
Schließlich setzt Neely Tucker, Reporter bei der Washington Post und eingefleischter Polo-Fan, noch einen drauf und berichtet, dass von den über 250.000 Dollar Spendengeldern, die für „The Journey for the Cure“ und die „MS Society“ von den Salahis auf verschiedenen Polo-Charities eingeworben wurden, nach seinen Recherchen lediglich 15.000 Dollar nachweislich die Organisationen erreicht haben, der Rest ist irgendwo „hängen geblieben“. Jetzt ermittelt das Department of Agriculture and Consumer Services des Staates Virginia, in dessen Zuständigkeit Verstösse gegen das Spendengesetz fallen.

PR-Genies oder Gauner?
Schlechte Karten also für Tareq und Michaele Salahi, die sich heute vor einer Kommission des US-Kongresses verantworten müssen, auch weil deren neueste, fast schon mitleiderregende Verteidigungs-Strategie „Wir hatten eine Einladung!“ garantiert niemanden überzeugen wird.
Fazit: Polo zieht zuweilen, genau wie jeder andere exklusive Sport, wilde Typen an, die so lange wie Graf Koks herumlaufen, bis sie entweder mal richtig das Portemonnaie aufmachen sollen oder es in Sachen wahnhafte Selbstdarstellung schlicht übertreiben. Da Polo aber zunehmend in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückt, brechen für die Schaumschläger-Fraktion schwerere Zeiten an.
Und das sind doch gute Nachrichten.








