“Der Puls ging runter, runter, runter…”

Zwei Monate nach dem tragischen Tod der 21 Pferde bei den U.S. Polo Open in Florida hat Victor Vargas sein erstes Interview gegeben. Im Gespräch mit der südamerikanischen Presse berichtet der Patron des Teams Lechuza Caracas über die Geschehnisse am 19. April (PACE Online berichtete) und zeigt sich sichtlich mitgenommen: „Jeden Tag frage ich mich, warum uns etwas so Schreckliches zustoßen musste. Bei den Tieren handelte es sich um einige der besten Polopferde der Welt. Unter den sechs Pferden, die ich verloren habe, war das beste Polopferd, das ich je hatte. Dieser Verlust ist nicht zu ersetzen.“ Und weiter: „Wie immer fanden wir uns eine Stunde vor Beginn des Spiels in den Ställen ein, als plötzlich die ersten zwei Pferde zusammenbrachen. Niemand wusste, was da geschah. Wir alarmierten unseren Tierarzt und innerhalb kürzester Zeit eilten Veterinäre aus ganz Wellington herbei. Dennoch konnten wir nur hilflos zusehen. Der Puls der Pferde ging runter, runter, runter…“. Gleichzeitig weist Victor Vargas jeden Doping-Vorwurf entschieden zurück und spricht seinem Tierarzt James Belden sein Vertrauen aus: „Keines unserer Pferde ist jemals gedopt worden. Das Labor, welches das von uns ins Auftrag gegebene Präparat zur Unterstützung der Regeneration hergestellt hat, trägt die volle Verantwortung für den Tod der Pferde.“ Dabei geht Vargas nicht auf die Tatsache ein, dass es sich bei dem Präparat, welches das Labor im Auftrag seines Tierarztes nachbauen sollte, um das in den USA nicht zugelassene Biodyl handelte (siehe PACE Online vom 24. April). Vielmehr spricht er über den Druck, den die Presse auf sein Team ausgeübt haben soll: „Während ich an den Umgang mit der Presse gewöhnt bin (Vargas ist unter anderem Präsident des venezolanischen Bankenverbandes), war es für meine Mitspieler unter den gegebenen Umständen nicht leicht. Zum Glück hatten wir zu jedem Zeitpunkt die Unterstützung der United States Polo Association und der Verantwortlichen im International Polo Club Palm Beach. Und natürlich die der vielen Menschen, die mit uns getrauert haben.“
Zumindest hat der tragische Tod der Pferde in Florida bewirkt, dass sich die großen nationalen Verbände wie USPA, die AAP und HPA mit dem Thema Doping derzeit intensiv beschäftigen. Ebenfalls eine gute Nachricht: Der Hamburger Amtstierarzt Dr. Otto Horst bestätigte gegenüber PACE, dass in keiner einzigen der in der vergangenen Saison in Deutschland bei Polopferden gezogenen Stichproben verbotene Substanzen gefunden wurden.








