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Brandkatastrophe beim Rhein Polo Club

Brand Reiterhof Tierretter stirbt

© Günter Jungmann

Ein Todesopfer forderte ein Großbrand im Rhein Polo Club Willich, als in der vergangenen Nacht aus bislang ungeklärter Ursache dessen am Haus Hülsdonk in Willich gelegene Stallungen bis auf die Grundmauern abbrannten.

Bei Alarmierung der Feuerwehr um 23:27 Uhr stand ein großer Teil des Dachstuhls bereits lichterloh in Flammen, außerdem drohte ein Übergreifen auf weitere, teils denkmalgeschützte und/oder bewohnten Gebäudeteile. Die insgesamt mit 120 Feuerwehrleuten und 16 Fahrzeugen im Einsatz befindliche Feuerwehr fand im Bereich des Haupttors im Innenhof des Gebäudes den langjährigen Platzwart des Clubs, Jakob Christus, leblos auf. Der 64-jährige hatte augenscheinlich versucht, Pferde in Sicherheit zu bringen. Wolf-Rüdiger Schwarz vom Rhein Polo Club erklärte hierzu gegenüber der Westdeutschen Zeitung (WZ): „1988 hat es hier schon einmal dort gebrannt. Jakob ist damals durch eine Rauchvergiftung schwer verletzt worden, lag drei Wochen im Koma. Seitdem hatte er wohl nur noch eine Lungenfunktion von 30 Prozent.“ Christus wäre damit gegenüber einer erneuten Rauchgasvergiftung natürlich besonders anfällig gewesen. Jedenfalls gelang es trotz intensiver Reanimationsmaßnahmen nicht, das Leben des Niederländers zu retten, der in den frühen Morgenstunden im Krankenhaus Willich verstarb. Der Rhein Polo Club sowie die Besitzerin des Hofes, Dorrith van de Sandt, sollen bereits zugesagt haben, sich um die Beerdigung des langjährigen Mitarbeiters zu kümmern, der kaum noch lebende Verwandte hat.

Gerettet wurden hingegen unter der Leitung von Stadtbrandinspektor Thomas Metzer sämtliche untergestellten Pferde sowie alle anderen Bewohner des Geländes und der angrenzenden Wohnanlage, die zeitweise vollständig evakuiert werden musste.

Wie Antje Heymanns, Pressesprecherin der mit den Ermittlungen befassten Polizei Viersen, gegenüber PACE erklärte, gibt es zur Ursache des Brandes noch keine gesicherten Erkenntnisse, jedoch sei bereits am 17.06. ein Schuppen auf der Rückseite der Stallungen abgebrannt. Auch hier sei die Brandursache noch nicht abschließend geklärt, eine Brandstiftung könne jedoch nicht ausgeschlossen werden. Die Region am linken Niederrhein leidet ohnehin bereits seit März unter einem oder mehreren Feuerteufeln, die immer wieder vor allem Landwirte schädigen. Ob der Brand im Rhein Polo Club Teil dieser unseligen Serie ist, kann aber noch nicht gesagt werden. Jedenfalls aber habe die Polizei Viersen neben den Ermittlungen zur Brandstiftung auch ein Ermittlungsverfahren auf Grund des Todes von Jakob C. eingeleitet, da neben einer möglichen Rauchgasvergiftung auch andere mögliche Todesursachen in Betracht gezogen werden müßten, zu denen jedoch beim aktuellen Stand der Ermittlungen noch keine Auskünfte gegeben werden könnten.

Der Sachschaden an den Stallgebäuden, die komplett abgerissen und neu aufgebaut werden müssen, liegt nach Angaben der Feuerwehr sicher im siebenstelligen Eurobereich, steht doch das ehemalige Adelsgut „Hülsdonker Hof“, Heimat des Rhein Polo Club, das bereits im Jahre 1272 erstmals urkundlich erwähnt wurde, unter Denkmalschutz. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die Feuerwehr noch mit einer Brandwache vor Ort, während ein Brandsachverständiger heute Nachmittag die Ermittlungen zur Brandursache aufnehmen wird.

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